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Budgetdebatte – Votum zum Thema Lohnerhöhung (total 100 Millionen)

Romaine Rogenmoser liest den Ratslinken die Leviten und erklärt, was Lohn bedeutet, warum die Kantonsangestellten keinen Grund zum Jammern haben und was sie als Frau zum Vorschlag Lohndiskriminierung hält.

  • 2.5% mehr Lohn bei einem Vollzeit-Einkommen bis 100’000 CHF pro Jahr
  • 2.0% mehr Lohn bei einem Vollzeit-Einkommen über 100’000 CHF pro Jahr
  • 50 CHF je angestellte Frau pro Monat mehr Lohn als Ausgleich für Lohndiskriminierung

Genau so sicher wie das «Dinner for one» an Silvester kommt der Lohnerhöhungsantrag der linken Ratsseite in der Budgetdebatte. Das erinnert an ein trotziges Kind, das immer wieder ruft «ich will, ich will, ich will». Mag das trotzige Kind als solches einfach nur lästig und irritierend sein, so ist dieser Antrag in der vorliegenden Form einfach nur noch unverschämt. Unverschämt deshalb, weil der Kanton ja schon eine 5. Ferienwoche bzw. 5-7 Ferientage zusätzlich gewährt hat, was alleine schon 2-3% Lohnprozenten entspricht. 

Zudem wird dem Personal ja schon 0.6% individuelle Lohnerhöhung sowie 0.2% Einmalzulage gewährt plus dann noch die 0.1% Teuerung. Darüber hinaus noch 2 bzw. 2.5% zu fordern, zeigt einmal mehr, wie weit weg von der Realität die linke Ratsseite bereits ist. Realitätsfremd deshalb, weil in vielen Betrieben – insbesondere in den KMU – bei weitem nicht so viel Lohnerhöhung – wenn überhaupt – gewährt wird. 

Es ist auch nicht so, dass die Mitarbeitenden in der Vergangenheit vernachlässigt wurden. Für individuelle Lohnerhöhungen stand in den letzten Jahren immer ein Betrag zur Verfügung – in der Privatwirtschaft war das definitiv nicht überall der Fall.

Tragisch genug geht es hier mehrheitlich um Durchschnittslöhnen jenseits der 100’000er Grenze

wobei über 65% der Lohnempfänger ÜBER 100’000 Franken verdienen – das müssen man sich mal auf der Zunge zergehen lassen

Der LOHN ist die Anerkennung für die geleistete Arbeit – nicht die Lohnerhöhung. Ebenso ist eine «nicht erhaltene Lohnerhöhung» in den allerseltensten Fällen der Grund für einen Weggang. Wenn dem so wäre, dann wäre die Fluktuationsrate beim Kanton nicht ausserordentlich tief. Und im Übrigen ist es so, dass nur gerade 4% derjenigen, die gekündigt haben dies aufgrund des Lohns taten. 

Eine Lohnerhöhung sollte eigentlich nur jemand erhalten, der Ausserordentliches leistet, aber einfach so mit der Giesskanne alle zu beglücken auf Kosten der Steuerzahler zeigt einmal mehr, wie realitätsfremd dieser Antrag ist. Es ist ja nicht so, dass die Mitarbeitenden nichts erhalten oder ihnen sogar etwas gekürzt wird. Es ist schlicht so, dass wir nicht gewillt sind, noch zusätzlich zu den bereits sehr guten Anstellungsbedingungen und den in letzter Zeit gewährten Goodies sowie den bereits im Budget eingestellten 0.9% noch zusätzliche Gelder mit der Giesskanne zu verteilen, zumal kein Missstand ausgemacht werden kann. 

Und jetzt noch zur letzten Forderung: 50 Franken mehr für jede angestellte Frau. Waren die ersten beiden Forderungen gebetsmühlenartige Wiederholungen, so haben wir hier jetzt etwas Neues – aber etwas Neues, das dem Fass den Boden ausschlägt. Da wird doch tatsächlich mehr Geld nur für Individuen mit xx- Chromosomen gefordert, weil diese – angeblich – weniger verdienen. Nun ist aber gerade beim Kanton dieser Gender-Gap gemäss Studie ja vernachlässigbar und es stellt sich die Frage, wo der Aufschrei bleibt, der ja eigentlich von mehreren Seiten kommen müsste:

  1. Von den Männern, die sich eigentlich mit so einem Antrag auch diskriminiert sehen müssten. Heute hat offensichtlich ja verloren, wer als Mann geboren wurde – und das gerade in zweierlei Hinsicht: nicht nur gehören sie zu der Gruppe, die allein schon aufgrund ihrer Chromosomen zu den Bösen gehören – nein, die armen Kerle dürfen das ja auf keinen Fall noch kommentieren, weil sie ja dann als nicht mit der Zeit gehende Frauendiskriminierer dastehen. 
  2. Von der ganzen LGBTIQ+ Gruppe – mag sein, dass da auch ein paar Frauen darunterfallen, aber der grosse Rest müsste sich ja jetzt auch diskriminiert sehen. Aber nicht, dass ich Sie jetzt noch auf eine neue Idee gebracht habe.
  3. Und nicht zuletzt von den Frauen. Von diesen Frauen, die mit sich selber im Reinen sind und sich nicht ständig als Opfer sehen, von jenen Frauen mit gesundem Selbstwertgefühl, die sich nicht länger genau mit solchen Anträgen in eine Minderwertigkeitsschublade stecken lassen wollen. Eine Frau möchte nämlich 50 Stutz mehr erhalten aufgrund ihrer Leistung, nicht aufgrund einer biologischen Tatsache.

 

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SVP Kantonsrätin, Gemeinderat (Parlament), Rechnungs­prüfungs­kommission (ZH)
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